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Projekt: „Die Vergessenen …

  

   

   


… Französische Kriegsgefangene 1870/71 in Schwerin“


Das Projekt wurde 2024 und 2025 in zwei Schritten erfolgreich durchgeführt und am 31.12.2025 vorläufig abgeschlossen. ​Ziel war die Erforschung der Biografien von rund 1.400 französischen Kriegsgefangenen in Schwerin während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Die Stiftung kooperierte mit der Landeshauptstadt Schwerin und dem Verein Le Souvenir français.

Bild Anfang des Franzosenwegs im Schweriner Schlossgarten (2024) / Stiftung Mecklenburg. Foto: Jörn Lehmann
Anfang des Franzosenwegs im Schweriner Schlossgarten (2024) / Stiftung Mecklenburg. Foto: Jörn Lehmann

Die Arbeit umfasste genealogische Recherchen über Ancestry, Kontakte zu französischen Gemeinden und Archiven sowie die Auswertung deutscher Quellen. Es konnten Daten zu etwa 30 Personen gesammelt werden. Die biografischen Spuren der französischen Kriegsgefangenen aus Schwerin 1870/71 umfassen individuelle Informationen wie Wohnorte, familiäre Situationen und den weiteren Lebensweg nach der Gefangenschaft.

Besonders hervorzuheben ist aus den im Projekt zusammengetragenen Quellen ein Brief – der letzte Brief des Kriegsgefangenen Amand Vaugon, geschrieben am 16. Januar 1871 an seine Ehefrau, bevor er am 25. Februar 1871 im Schweriner Lazarett verstarb.

Zeltlager, im Hintergrund das Schweriner Schloss / Handzeichnung von Theodor Schloepke, SSGK Staatliches Museum Schwerin
Zeltlager, im Hintergrund das Schweriner Schloss / Handzeichnung von Theodor Schloepke, SSGK Staatliches Museum Schwerin

Zusätzlich wurden Krankengeschichten, biografische Details und Sterbeorte von erkrankten Gefangenen recherchiert und mit dem Verein Le Souvenir français geteilt. ​Die Ergebnisse trugen dazu bei, die Schicksale der Gefangenen greifbarer zu machen und ihre Geschichten im Rahmen der Projektpräsentation und der digitalen Ausstellung zu erzählen.

Die gut besuchte Projektvorstellung am 10.12.2025 in Schwerin zeigte die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft und eine Städtepartnerschaft mit einer französischen Kommune wurde seitens des Schweriner Kulturdezernenten angeregt.

Im Rahmen des Projekts wurden u.a. folgende Publikationen veröffentlicht:

  • Digitale Sonderausstellung: Erweiterung der bereits 2024 freigeschalteten Ausstellung im Virtuellen Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern. ​Die Ergebnisse des Projekts sind dauerhaft unter landesmuseum-mv.de verfügbar. ​
  • Artikel in der Zeitschrift „Stier und Greif. ​ Heimathefte für Mecklenburg-Vorpommern“: Heft 1/2025. ​
  • Infobrief der Stiftung Mecklenburg: Ausgabe Dezember 2025. ​

Zusätzlich wurde die Projektvorstellung durch den NDR, Radio MV, in einem Hörbeitrag thematisiert: Hörbeitrag NDR. ​

Das Projekt soll 2027 mit einer Publikation weitergeführt werden.


Projektflyer

Das Foto markiert den Auftakt der Arbeiten und zeigt v.l.n.r.:
Dr. Jakob Schwichtenberg (Landeshauptstadt Schwerin),
die im Projekt Forschenden: Elke Steinhausen und Lutz Dettmann und Dr. Florian Ostrop (Stiftung Mecklenburg).

 

Gefördert wurde das Projekt durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds.

Dieser berät, vernetzt und finanziert Projekte, die die deutsch-französische Freundschaft und Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen.

Er fördert eine Vielzahl an Formaten und Themen, ist niedrigschwellig und steht allen Akteuren der Zivilgesellschaft offen. Der Bürgerfonds geht auf den im Jahr 2019 zwischen Deutschland und Frankreich geschlossenen Vertrag von Aachen zurück und wurde im April 2020 errichtet. Er wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) umgesetzt und wird zu gleichen Teilen von der Bundesregierung und der französischen Regierung finanziert. (www.buergerfonds.eu)