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Mecksikon Entdecker Tipp

    


 

Die Kapelle in Langen Trechow!
Auf den ersten Blick verraten nur die wenigen Grabstellen rings um den Fachwerkbau, dass es sich um eine Kirche bzw. Kapelle handelt. Der kleine Ort Langen Trechow ist aber schon seit 1329 Standort einer Kapelle, die durch das Bützower Kapitel gestiftet worden war. Damals war es erst wenige Jahrzehnte her, dass sich neben der bestehenden slawischen Siedlung „Trechow“ deutsche Siedler niedergelassen hatten. Aus dieser Zeit stammt auch die bis heute erhaltene Burg Trechow, die einst als Grenzburg zwischen slawischen und deutschen Siedlern errichtet worden war (unser Entdecker-Tipp aus dem Jahre 2022: … hier.).
Die mittelalterliche Kapelle, in der nur an hohen Feiertagen ein Gottesdienst stattfand, wurde um 1700 durch einen Neubau ersetzt. Als Kapelle wurde sie deshalb bezeichnet, weil die Hauptkirche die Stiftskirche in Bützow war. Zwischen 1996 und 2006 konnte der stark sanierungsbedürftige und über 15 Jahre nicht mehr nutzbare Bau gesichert und instandgesetzt werden. Dabei wurde auch die historische Holztonnendecke restauriert. Sehenswert sind die erhaltenen Glasmalereien mit dem Wappenschmuck der Familie von Plüskow. Dieses alte mecklenburgische Adelsgeschlecht war ab 1641 Besitzer von Kurzen und Langen Trechow.

Im Mecksikon erfahrt Ihr mehr – auch zur Geschichte des Ortes: … hier.

Abb.: Die Kapelle Langen Trechow. Foto: Dörte Bluhm  


Das Gutshaus in Rögnitz!
Das eingeschossige Gebäude im Stil der Tudorgotik stammt aus der Zeit um 1820. Errichtet wurde es von der Familie Ahrens, die bis 1897 Eigentümer blieb. Danach wechselten die Besitzer.
In einem Plan aus dem Jahr 1822 ist für Rögnitz bereits ein Haus mit einem Krüppelwalmdach eingezeichnet.
Der verputzte eingeschossige Fachwerkbau erhielt vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine heute noch erhaltene Ausschmückung, etwa den sehr gut erhaltenen filigranen schmiedeeisernen und verandaartigen Vorbau vor dem Eingang. 1934 wurden das Gut Rögnitz und das Herrenhaus an die Berliner Siedlungsgemeinschaft „Deutsche Erde“ verkauft, die es in Bauernstellen aufteilte. Dadurch fanden 1945 keine Enteignungen der unter 100 Hektar liegenden Bauernstellen und des Gutshauses statt.

Das Anwesen wird heute privat genutzt, zwei Ferienwohnungen werden vermietet.
Von 2000 bis 2017 hatte hier eine Käserei ihr Domizil.
Mehr erfahrt Ihr im Mecksikon: … hier.

Foto: Dr. Wolf Karge, http://www.wolf-karge.de


Die Pfarrkirche St. Marien in Güstrow zeugt von der wirtschaftlichen und
politischen Bedeutung der Stadt im Mittelalter.
Noch heute zählt ihre Ausstattung zu den reichsten der binnenländischen Stadtkirchen.

Durch seine Lage an den Straßen von der Mark Brandenburg nach Rostock sowie von Lübeck nach Pommern erfreute sich Güstrow vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert einer guten wirtschaftlichen Situation. Von 1556 bis 1695 war die Stadt auch Sitz der Herzoglinie Mecklenburg-Güstrow, zudem gab es bereits seit 1226 ein fürstliches Kollegiatsstift. Die Voraussetzungen für den Bau herausragender Kirchen – der Pfarrkirche und des Doms – waren also gegeben. Die Pfarrkirche wurde 1308 erstmals erwähnt. Für 1340 sind eine erste Orgel – das Geschenk eines wohlhabenden Bürgers – sowie 20 (Neben-)Altäre überliefert; 1357 stiftete die Bartholomäus- und 1368 die Katharinenbruderschaft einen Altar für jeweils eine Kapelle, darunter der berühmte Bormann-Altar. (Dazu findet Ihr auch eine Verlinkung im Mecksikon.) Nach einem Brand wurde die Kirche 1508 nach fünfjähriger Bauzeit wieder eingeweiht, es gab unter anderem 18 Altäre und drei Glocken. Obwohl im Zuge der Reformation 1552 alle Nebenaltäre und Andachtsbilder entfernt wurden, zählt die Ausstattung der Güstrower Pfarrkirche noch heute zu den reichsten der binnenländischen Mecklenburger Stadtkirchen. Die prachtvolle Renaissancekanzel aus Sandstein mit zahlreichen Einzelfiguren stammt aus dem Jahr 1583, das Ratsherrengestühl von 1599. Ebenfalls augenfällig ist das Triumphkreuz von 1516 mit Figuren von Christus, Johannes und Maria sowie Adam und Eva. Die Orgel der Güstrower Pfarrkirche zählt zu den bedeutendsten in Mecklenburg.

Mehr darüber erfahrt Ihr im Mecksikon: … hier.

Foto: Martin Poley, Medienverlag Küsten-Wind


… die Wariner Stadtkirche!

Sie wurde 1874/78 erbaut, nachdem die Vorgängerin aus den Jahren um 1233 abgerissen worden war.

Die neue Kirche der Stadt Warin entstand nach Plänen des Architekten Theodor Krüger, der auch die Schweriner Paulskirche entworfen hat. Verwendet wurde Backstein in gelben Farbtönen; rote Ziegel setzen architektonische Akzente. Vom Langhaus geht ein Querhaus ab. Der hohe von einem achtseitigen Spitzhelm bekrönte Turm ist weit sichtbar. Über der Vierung, wo sich Lang- und Querhaus treffen, erhebt sich ein Dachreiter. Im Inneren ist der Chor gewölbt, während Schiff und Querarme von aufwändigen Holzdecken überspannt werden.

Ältestes Stück ist ein Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert. Der 1869 von einer Rostocker Werkstatt für die damalige Pariser Weltausstellung gefertigte Taufstein ist ein Geschenk von Großherzog Friedrich Franz II.; auch die übrige Ausstattung stammt aus der Bauzeit. Ein Altargemälde aus dem Jahr 1853 von Gaston Lenthe zeigt den segnenden Christus.
Die Orgel von 1878 ist ein Werk von Friedrich Friese und wurde in den 1990er Jahren restauriert.
Im Mecksikon könnt Ihr Euch ein Klangbeispiel anhören: … hier.

Abb.: Die Wariner Kirche mit alten Glocken. Foto: Landestourismusverband M-V